E-Mail vom 26.11.2007, 22:20 Uhr, an lothar.bisky@die-linke.de

Veröffentlichung am 27.11.2007

 

 

 

 

Von Werner Grundmann                                                  Berlin, den 26. November 2007

...

 

An den

Vorsitzenden der Europäischen Linkspartei

und

Vorsitzenden der Partei DIE LINKE

Genossen Lothar Bisky

 

 

 

Glückwunsch zur Wahl als Vorsitzender der ELP

Informationen an Politiker und Wissenschaftler der LINKEN

 

Sehr geehrter Genosse Bisky,

                     ich habe es mit Freude und Genugtuung aufgenommen, dass Sie am 24. November 2007 auf dem 2. Kongress der Europäischen Linkspartei in Prag zum Vorsitzenden der ELP gewählt wurden. Ich beglückwünsche Sie sehr herzlich zu Ihrer Wahl, die ich auch als Anerkennung Ihrer Leistungen bei der Schaffung der Partei DIE LINKE betrachte. Zugleich haben Sie die Möglichkeit, die positiven Erfahrungen der deutschen LINKEN beim Einigungsprozess der europäischen Linken einzubringen.

 

Im Neuen Deutschland wird heute das Kongressmotto >>Building Alternatives<< (Alternativen schaffen) genannt und ein Zitat aus dem Prager Aktionsappell wiedergegeben:

 

>> Wir wollen in der Europäischen Union aktiv dazu beitragen, einen Politikwandel für mehr Demokratie und Gerechtigkeit, für Arbeit, für ökologische Nachhaltigkeit und für Frieden in der Welt zu erreichen. <<

 

Euer Ziel, Alternativen zu schaffen, unterstütze ich nachdrücklich und wäre auch bereit, in der inhaltlichen Vorbereitung mitzuwirken; das genannte Zitat halte ich in einer Hinsicht für unzureichend. Der Begriff „ökologische Nachhaltigkeit“ ist fragwürdig, weil er meines Erachtens auf die mögliche Erhaltung des derzeitigen Standes orientiert. Aber allein schon die individualistische Lebensweise der kapitalistischen Gesellschaft und ihr riesiger Papierverbrauch verhindern das Einhalten einer solchen Zielstellung. Ökologische Nachhaltigkeit zu fordern, ist im Grunde genommen nicht progressiv! Es soll lediglich das Schlimmste verhindert werden! Wir brauchen aber eine Umkehr! Wir müssen versuchen, den Menschen auf neue Weise bewusst zu machen, um welch weltweiten Zusammenhang es geht, wobei die Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase nur die eine Seite darstellt. Mein Vorschlag ist es, die Aussage der Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit durch die Forderung zur weltweiten Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts zu ersetzen. Ich habe mich zur „Störung des globalen ökologischen Gleichgewichts“ in der These „Zur globalen ökologischen Krise“ unter „6.3. Naturwissenschaftliche Aspekte spätkapitalistischer Entwicklung“ in den „Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“ vom 4.10.2007 ausführlicher geäußert. Die Orientierung auf die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts schafft eine andere Grundposition, die auf generelle gesellschaftliche Veränderungen hinauszielt.

 

In der Zeit vom 9. bis 16. November 2007 hatte ich Ihnen per E-Mail vier Vorschläge zum Parteiprogramm der LINKEN übersandt. Diese Vorschläge wurden von mir in einer Datei auf 16 Seiten formal zusammengefasst und unter

                    http://www.bwgrundmann.de/Parteiprogr4Vorschl.htm.

zum Herunterladen veröffentlicht.

 

Meine Vorschläge zum Parteiprogramm basieren gleichfalls auf den "Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung". Eine zehnseitige Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse aus den Berliner Thesen kann unter

                      http://www.bwgrundmann.de/erk_bt.htm.

nachgelesen und herunter geladen werden.

 

 

In den vergangenen Tagen habe ich weitere Politiker und Wissenschaftler der LINKEN per E-Mail über meine Vorschläge zum Parteiprogramm und über die Erkenntnisse aus den Berliner Thesen informiert. Insgesamt sind jetzt angeschlossen:

- Oskar Lafontaine und Thorsten Hild,
- Gregor Gysi und Dieter Liehmann,

- André Brie,

- Dagmar Enkelmann und Jörg Staude,

- Wolfgang Methling und Mignon Schwenke,

- Klaus Ernst,

- Hans-Kurt Hill,

- Ulrich Maurer,

- Norman Paech,
- Manfred Wolf und Götz Brandt von der ÖPF,

- Sahra Wagenknecht,
- Dieter Klein,
- Michael Brie,
- Evelin Wittich und

- Katrin Lompscher.

 

Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen als Vorsitzenden der Partei DIE LINKE die Arbeit ein wenig erleichtert hätte. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn Sie meine Arbeitsergebnisse so weit unterstützen würden, dass Sie sie in Ihrer Verantwortung als Vorsitzender der ELP zumindest teilweise in die wichtigsten europäischen Sprachen übersetzen lassen und zur Diskussion stellen. Bis zur Europawahl im Jahre 2009 könnte viel geschafft werden! Ich bin mir sicher, dass die europäische Linke prinzipiell neue Anregungen braucht und dass insbesondere Vorschläge zur Überwindung der ökologischen Krise auch Erfolg haben dürften. Selbstverständlich bedarf die offizielle Verbreitung vorher einer kritischen internen Auseinandersetzung.

 

Für die Übersetzung und Veröffentlichung meiner Ergebnisse brauchen Sie bei mir keine Zustimmung einholen. Ich habe die Zustimmung generell auf meiner Homepage erteilt, wenn die jeweilige Veröffentlichung ohne Kürzungen erfolgt.

 

Ich wünsche Ihnen für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit beste Gesundheit und viel Erfolg!

 

Mit solidarischen Grüßen

 

Werner Grundmann                               Berlin, den 26.11.2007, 22:20 Uhr