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RobertKurz180709BWG.doc                  abrufbar veröffentlicht am 20.07.09

 

Werner Grundmann                                        Berlin, den 18.-20. Juli 2009

 

Herrn

Robert Kurz

Nürnberg

 

 

Ökonomische oder wirtschaftliche Froschperspektive?

 

Lieber Mitstreiter Robert Kurz,

         der Anlass, Ihnen zu schreiben, um Sie über meine Ergebnisse zu informieren, ist Ihr Beitrag „Ökonomische Froschperspektive“ auf der Seite 6 im Neuen Deutschland vom 17.07.2009. Als ND-Abonnent verfolge ich Ihre Beiträge seit Jahren. Sie gehören meines Erachtens zu den besten wöchentlichen „Wirtschaftskolumnen“.

 

Bei der Suche nach Ihren zurückliegenden ND-Beiträgen stellte ich fest, dass Sie mir am 2. März 2001 im Buch „Marx lesen“ ein Autogramm gegeben hatten. Dies war nach Ihrem Vortrag über „Wege aus dem Kapitalismus“ bei der „Hellen Panke“ in Berlin. Doch bereits am 11.10.1994 unterhielten wir uns nach einem Vortrag etwas ausführlicher. Damals gaben Sie mir Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer.

 

Wie ich meinem Computer-Tagebuch entnahm, hatte ich mich am 2. März 2001 dahingehend geäußert, dass ich „noch prinzipieller“ an die von Ihnen „behandelte Problematik“ herangehe und auf Sie zukomme, wenn ich hinreichend weit vorangekommen bin. Mein heutiger Brief soll Sie in zusammenfassender Form über die von mir erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse informieren. Ihre große Aufgeschlossenheit setze ich nach unseren kurzen Gesprächen voraus.

 

Im Sinne der Selbstdarstellung der Gruppe „EXIT!“ „Mit Marx über Marx hinaus“ habe ich in den vergangenen Jahren intensiv an einer theoretischen Konzeption zur einheitlichen Lösung der ökologischen und sozialen Frage gearbeitet und sie im Rahmen der Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung im Oktober 2007 auf 70 Seiten im Internet über meine Homepage unter http://www.bwgrundmann.de/btorig1.htm abrufbar veröffentlicht. Unter dem „einheitlichen Herangehen“ verstehe ich auch eine gleichartige ökonomische Herangehensweise, wobei ich der Lösung der ökologischen Frage aus existenziellen Gründen das Primat zuerkenne.

 

Meine gegenüber Karl Marx erweiterte inhaltliche Vorgehensweise besteht erstens darin, dass ich alle bisherigen ökonomischen Gesellschaftsformationen ab der Sklavenhaltergesellschaft nicht nur als Ausbeutergesellschaften, sondern im umfassenderen Sinne als Bereicherungsgesellschaften betrachte, was Bereicherung zu Lasten der Natur einschließt. Ausbeutung ist zwar die grundlegende Form der privaten Bereicherung, aber als Kategorie unzureichend, um das globale Geschehen hinreichend zu beschreiben. Es ist deshalb auch notwendig, zwischen der Ausbeutung von Menschen (und Tieren) auf der einen Seite und der Ausplünderung (und Belastung) unserer Lebenswelt (nicht „Umwelt“!) zu unterscheiden. Zweitens nutze ich den von Friedrich Engels für die Ökonomie seiner Zeit eingeführten Begriff Privatökonomie und versuche, den Begriff Ökonomie neu zu definieren. Dem Begriff Privatökonomie im primären Sinne von  Wirtschaftlichkeit stelle ich den Begriff Gemeinschaftsökonomie als wahre Ökonomie gegenüber. Als grundlegende Form ökonomischen Verhaltens verstehe ich unter Gemeinschaftsökonomie die rationelle Befriedigung insbesondere der Grundbedürfnisse unter gemeinschaftlichen Lebensbedingungen, wobei ich das Bedürfnis nach einer gesunden Lebenswelt einschließe. Ökonomisches Verhalten im Sinne rationeller Bedürfnisbefriedigung unterstelle ich als natürliche Ökonomie auch dem unbewusst existenten Leben. Die „neue“ Ökonomie (die bereits in den mittelalterlichen bürgerlichen Städten zum Schutz nach außen sowie zur rationellen Gestaltung des innerstädtischen bürgerlichen Lebens dominant existierte) könnte zur Grundlage der ökonomischen Funktionsweise der nachkapitalistischen Gemeinschaftsordnung werden, was Gemeineigentum und (eingeschränkten) Gemeinbesitz an Natur voraussetzt. Die Privatökonomie ist primär wertorientiert, Gemeinschaftsökonomie primär gebrauchswertorientiert. Gemeinschaftsökonomie entspricht dem gesunden Menschenverstand. Das Entdecken und Bestätigen dieser vermuteten einfachen Wahrheit war das überaus Schwierige!

 

Dass ich bei meinem heutigen Schreiben von der Unterscheidung nach „ökonomischer und wirtschaftlicher Froschperspektive“ ausgehe, hat also eine möglicherweise bedeutsamen Hintergrund: Wenn Ökonomie zuallererst im Sinne der rationellen Bedürfnisbefriedigung verstanden wird und zumindest von allen Grundbedürfnissen ausgeht, dann gibt es keine „ökonomische Froschperspektive“ – es sei denn, dass Ökonomie im übergreifenden Sinne verstanden wird und Privatökonomie, Gemeinschaftsökonomie etc. in sich einschließt. Doch selbst dann müsste Ökonomie zunächst als rationelle Bedürfnisbefriedigung definiert werden, wobei die Enge bzw. die Weite der Betrachtungen sowie die Bedingungen, unter denen ökonomisch gehandelt wird, zu unterschiedlichen Ergebnissen in Annäherung zu den Ergebnissen aus der Nutzung der „wahren“ Ökonomie führen. Doch ein Vergleich muss gar nicht erst möglich sein.

 

Den Hinweis auf die Existenz zweier Ökonomien fand ich in einer längeren Fußnote im „Kapital“, Bd. 1, S. 167, wo sich Karl Marx auf Aristoteles bezieht, der bereits nach den beiden Ökonomien Chrematistik und Ökonomik unterschied. Doch Marx selbst hat den Begriff Ökonomie meines Wissens niemals definiert.  

 

Das Grundlegende an der „Entdeckung“ der Gemeinschaftsökonomie ist es wohl, dass ohne ihre Kenntnis und ohne die weltweite Verbreitung der Erkenntnis, wonach Ökonomie und Wirtschaftlichkeit nicht gleichgesetzt werden dürfen, der Kapitalismus als global vorherrschendes Gesellschaftssystem nicht überwunden werden kann. Insbesondere ist jeder Versuch, den Kapitalismus in wirtschaftlicher Konkurrenz zu überwinden, wie es der „real existierende“ Sozialismus versucht hat, von vornherein falsch und zum Scheitern verurteilt.

 

In meinen Bemühungen, einen praktikablen Weg zu finden, der der Gemeinschaftsökonomie zum „Durchbruch“ verhilft, kam ich auf den Gedanken, dem weltweit vorherrschenden System unter Nutzung seiner Auswüchse das Gegensätzliche gegenüberzustellen: Indem weltweit angeregt wird, dass sich in möglichst vielen gesellschaftlichen Bereichen in Eigeninitiative und auf voller demokratischer Grundlage Menschen zu Lebensgemeinschaften zusammenfinden, die unter bewusster Nutzung der Gemeinschaftsökonomie vor allem ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen vermögen, kann die weltweite Gemeinschaftsordnung von unten her initiiert und aufgebaut werden. Da die ökonomische Basis und die ökonomische Funktionsweise dieser Gemeinschaften das Wesentliche sind, sollte zu ihrer Charakterisierung von Zellen der Gemeinschaftsökonomie gesprochen werden. Es gilt, die Bindung möglichst vieler Menschen an die Marktwirtschaft allmählich zu reduzieren und schließlich ganz zu lösen, sie aber im umfassenden Sinne zugleich als gemeinschaftliche Wesen zu entwickeln!

 

Zu den Lebensgemeinschaften könnten sich jene „Überflüssigen“ und Ausgegrenzten der heutigen Gesellschaften zusammenfinden, die einen neuen Lebensinhalt suchen. Der Gegenstand ihrer Tätigkeit sollte anfangs die sinnvolle und rationelle Nutzung des Überflusses der kapitalistischen Wegwerfgesellschaft sein: die Nutzung stillgelegter Flächen, von leer gezogener Bausubstanz, des Überangebots nicht „verwertbarer“ Waren und Dienstleistungen. Das Wissen und Handeln der Mitglieder der Gemeinschaften unter Nutzung jener „neuen“ Ökonomie könnte deshalb das Entscheidende sein, weil Gemeinschaftsökonomie leicht zu verstehen ist, Gemeinschaftlichkeit fördert und zur Überlebensökonomie werden könnte! Die Gemeinschaften werden lernen zu kooperieren und ihre Ergebnisse sowie Leistungen auszutauschen. Sie können sich später vereinen und Schritt für Schritt höher organisierte Strukturen bilden, auch über Ländergrenzen hinweg. Die neuen Strukturen würden die bestehenden Strukturen im positiven Sinne unterwandern, ohne deren Konkurrenten zu sein!

 

Mein Anliegen an ökologisch und links orientierte Parteien, Vereinigungen und Einzelpersonen ist es, die Verbreitung des Wissens um die Existenz und Nutzbarmachung der Gemeinschaftsökonomie sowie die Gründung entsprechender Lebensgemeinschaften als autark agierende „Zellen der Gemeinschaftsökonomie“ gezielt zu unterstützen.

 

Die bewusste Nutzung der Gemeinschaftsökonomie und das Wissen um die Dominanz der ökologischen Problematik im Rahmen der einheitlichen Lösung der ökologischen und der sozialen Frage führen zu neuen grundlegenden Aspekten und Zusammenhängen, ohne deren Einbeziehung das kapitalistische System nicht überwunden werden kann. Besondere Bedeutung haben dabei die rationelle Lösung der Energiefrage ohne zusätzliche Belastung der „Umwelt“ unter Nutzung der Raumenergie, also jener kosmischen Ursprungsenergie, deren Existenz von den Medien bewusst verschwiegen wird, sowie die weltweite Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts zwischen der Gesamtheit der Menschen und Tiere als „Kohlendioxidquellen“ auf der einen Seite und der Gesamtheit der Flora als „Kohlendioxidsenke“ und „Sauerstoffproduzent“ auf der anderen Seite. Eine geplante Reduzierung der aus unsozialen Verhältnissen verursachten Überbevölkerung der Erde und der profitablen Nutztierhaltung könnte im Weltmaßstab zwingend notwendig werden, um das weltweite ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen.

 

Meinem Brief füge ich zu Ihrer Information drei Anlagen bei, und zwar jeweils als abgerufener Ausdruck von meiner Homepage www.bwgrundmann.de :

  1. „Erkenntnisse aus den Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“ (10 Seiten);
  2. „Kritik des Begriffes Nachhaltigkeit“ (4 Seiten);
  3. den Flyer zur Konferenz der Bundestagsfraktion DIE LINKE am 17.10.2008 „Neue Energie für Frieden und Entwicklung auf der Basis einer ‚neuen’ Ökonomie“ (4 Seiten).

 

Die „Erkenntnisse aus den Berliner Thesen …“ können als Übersetzung ins Englische und ins Französische gleichfalls von meiner Homepage heruntergeladen werden. Die Adressen finden sich auf der Seite 4 der „Kritik des Begriffes Nachhaltigkeit“. In diesem Beitrag lehne ich den Begriff „Nachhaltigkeit“ deshalb ab, weil er den Menschen die Möglichkeit vorgaukelt, dass unter den Bedingungen der Vorherrschaft der Privatökonomie das Überleben der Menschheit gesichert werden kann. Er wurde in der Tarantel Nr. 41, 2/2008, S. 33-35, veröffentlicht, herausgegeben von der Ökologischen Plattform (ÖPF) bei der Partei DIE LINKE. Ich bin Mitglied der ÖPF, aber seit 1990 – nach über dreißigjähriger Mitgliedschaft in der SED – parteilos.

 

Im Flyer unterscheide ich nach systemimmanenten und systemfremden Energiearten und verweise auf Möglichkeiten der „umweltneutralen“ Energiegewinnung.

 

An der Erforschung und Nutzbarmachung der Raumenergie arbeiten seit Jahrzehnten mehrere Hundert Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und Russland, ohne dass dies der Öffentlichkeit und selbst den Energiefachleuten bekannt ist. Der Grund für das Schweigen der bürgerlichen Medien zur Existenz und zu ersten Erfolgen der Nutzbarmachung der Raumenergie liegt in ihrer fast kostenlosen, unbegrenzten Verfügbarkeit. Sie wäre nonprofitable! Ihre erfolgreiche Nutzbarmachung würde die Existenz der Energie- und Erdölkonzerne untergraben!

 

Über die Nutzbarmachung der Raumenergie (Nullpunkt-Energie, Freie Energie, Orgon-Energie, Äther-Energie usw.) wird im Buch Raumenergie-Technik von Prof. Dr. Josef Gruber umfassend berichtet. Es erschien im Oktober 2008 im Michaels Verlag (vgl. www.michaelsverlag.de ). Prof. Gruber ist Ehrenvorsitzender der 1983 gegründeten Deutschen Vereinigung für Raumenergie (DVR). Ich habe zu ihm seit eineinhalb Jahren Kontakt. Die riesige Bedeutung der breiten Nutzbarmachung der Raumenergie liegt darin, dass Sie in absehbarer Zeit zur lokalen Energieerzeugung, selbst in Haushalten, sowie – nach Umrüstung – zum Antrieb aller Arten von Fahrzeugen genutzt werden könnte. Es gab bereits 1930 ein von Nikola Tesla entwickeltes Auto, das ohne Benzin-Motor mit Äther-Energie angetrieben wurde. Das Tesla-Auto erreichte eine Fahrtgeschwindigkeit von 135 km/h (vgl. „Raumenergie-Technik“, S. 36 u. 79).

 

Zum Abschluss meiner Informationen bitte ich Sie um die kritische, schonungslose Prüfung meiner Ergebnisse. Sollten Sie an den „Berliner Thesen“ insgesamt interessiert sein, nehme ich gern einen Ausdruck der (bisher) 70 Seiten vor. Darin sind allerdings die Ergebnisse zur Energieproblematik noch nicht verarbeitet. Ein großer Fortschritt wäre es aus meiner Sicht, wenn Sie mich bei der Veröffentlichung zumindest der zehn Seiten der „Erkenntnisse aus den Berliner Thesen …“ unterstützen könnten. Sie sind einigen führenden Politikern der LINKEN bekannt. Es gab allerdings bisher nur bei wenigen eine hinreichende Aufgeschlossenheit.

Mit solidarischen Grüßen und herzlichen Dank im Voraus!

 

 

Werner Grundmann                       Berlin, den 20.07.2009, 01:40 Uhr

 

 

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