Erster Postbrief an Angela Merkel vom 6. Juni 2007           Veröffentlichung am 16.06.2007

 

 

Dipl.-Wirt.-Math. Werner Grundmann       

 

Frau

Dr. Angela Merkel persönlich

Am Kupfergraben 6

10117 Berlin

 

 

Schaffung einer Gemeinschaftsordnung zur Verhinderung der Klimakatastrophe[1]

 

Sehr geehrte Frau Merkel,

                                          ich möchte Sie persönlich über wissenschaftliche Arbeitsergebnisse informieren, deren Anwendung zur Verhinderung einer Klimakatastrophe bedeutsam sein könnte. Sie liegen in Form einer wissenschaftlichen Konzeption vor und wurden im Mai 2007 über die Internet-Adresse www.bwgrundmann.de veröffentlicht.

 

Bei der Erarbeitung der Ergebnisse wurde von einer Erweiterung der Marxschen Lehre ausgegangen, indem das weltweit vorherrschende Gesellschaftssystem nicht nur aus dem Blickwinkel der Ausbeutung, sondern zunehmender Bereicherung und Verarmung im umfassenden Sinne betrachtet wird. Die tendenzielle Verarmung unserer natürlichen Lebensgrundlagen durch Bereicherung zu Lasten der Nachwelt ist ein grundlegender Aspekt dieser Entwicklung. Der von Lenin eingeleitete sozialistische Weg zur Lösung der sozialen Frage unter Verdrängung der ökologischen Problematik wurde einer grundsätzlichen Kritik unterzogen. Zur Erhaltung der irdischen Schöpfung wird die schrittweise Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung vorgeschlagen, was eine einheitliche Lösung der ökologischen und der sozialen Frage erfordern würde. Die neue Ordnung sollte sowohl Gemeinschaftlichkeit zwischen den Menschen, Völkern und Kulturen als auch Gemeinschaftlichkeit mit allen anderen irdischen Lebensformen einschließen.

 

Die einheitliche Lösung der ökologischen und der sozialen Frage würde ein einheitliches ökonomisches Herangehen und damit die Anwendung einer Ökonomie neuer Qualität erfordern. Ökonomie in diesem Sinne wäre als rationelle Bedürfnisbefriedigung zu verstehen. Um ihren Anforderungen bestmöglich zu entsprechen, müsste im Verlaufe von Jahrzehnten schrittweise auf demokratischem Wege weltweit Gemeineigentum und (eingeschränkter) Gemeinbesitz an Natur eingeführt werden. Unter solchen Bedingungen ist wahre Ökonomie Gemeinschaftsökonomie.

 

Das Entstehen der neuen Ordnung ist innerhalb der bestehenden Ordnungen möglich. Die Anfänge der neuen Ordnung könnten durch die Schaffung von (staatlich anerkannten und geförderten) Zellen der Gemeinschaftsökonomie initiiert werden, die sich eigenständig bilden und verwalten. Im Verlaufe einer längeren Zeit würden sich die Zellen zu Organen und weiter zu eigenständigen Systemen der Gemeinschaftsökonomie vereinen und das vorherrschende marktwirtschaftliche Denken und Handeln schrittweise verdrängen. In Gegenüberstellung zur Gemeinschaftsökonomie müsste die heute vorherrschende Ökonomie als Privatökonomie bezeichnet werden.

 

Bei der anzustrebenden Ordnung würde es sich um eine Formation neuer ökonomischer Qualität im Marxschen Sinne handeln, um eine ökonomische Gemeinschaftsformation, also nicht um eine Gesellschaftsformation. Ihre weltweite schrittweise Akzeptanz käme dann zustande, wenn erstens immer mehr Menschen begreifen, dass uns das Wirken der Privatökonomie tendenziell in eine Klimakatastrophe, in einen Weltbrand, führt und wenn sich zweitens das rechtzeitige fortschreitende Anwenden der „neuen“ Ökonomie als Überlebensökonomie erweist.

 

Die vorliegenden Erkenntnisse sind als Zwischenergebnisse der langjährigen Suche sowohl nach den grundlegenden Ursachen des Scheiterns des Sozialismus als auch nach einer primär ökologisch orientierten Gesellschaftsordnung aufzufassen. Erste Ergebnisse entstanden während meiner Tätigkeit im Rahmen des Wissenschaftler-Integrationsprogramms in den neunziger Jahren an der Technischen Universität Berlin. Nach meiner Berentung im Jahre 2000 setzte ich meine Arbeiten kontinuierlich fort.

 

Die neuen Erkenntnisse wurden in die

Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

aufgenommen und im Umfange von 70 Seiten erstmalig im Mai 2007 auf meiner Homepage www.bwgrundmann.de zusammen mit anderen Beiträgen veröffentlicht.

 

Die Berliner Thesen sind als wissenschaftliche Konzeption aufzufassen. Ihre generelle Beweiskraft ergibt sich aus der Begründung der einzelnen Thesen, der Abstimmung der Thesen untereinander sowie aus der weitgehenden Geschlossenheit der Betrachtungen. Die Thesen richten sind insbesondere an Wissenschaftler und Politiker.

 

Um den interessierten Lesern einen Überblick zum Gesamtergebnis und zu den Grunderkenntnissen zu vermitteln, habe ich das Wichtigste aus den Berliner Thesen in

Erkenntnisse aus

Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

auf sieben Seiten zusammengefasst.

 

 

Dass Sie, sehr geehrte Frau Merkel, zu den Ersten gehören, an die ich mich mit meinen Thesen wende, hat mehrere Gründe:

 

Erstens haben wir durch das Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig den gleichen Bildungshintergrund. Als künftiger Wirtschaftsmathematiker erhielt ich meine Ausbildung insbesondere am Mathematischen Institut und an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Meine bei Marx und Engels gelernte dialektische, historische und ökonomische Denkweise werden Sie sicherlich nachvollziehen können.

 

Zweitens waren Sie mehrere Jahre als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit tätig.

 

Drittens kenne ich aus den Medien Ihre Aufgeschlossenheit für konstruktive Hinweise, die  „von unten“ kommen.

 

Viertens spreche ich Sie in Ihrer Verantwortung als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland an.

 

Ich bitte Sie, die Berliner Thesen sowie die Erkenntnisse aus den Thesen hinsichtlich der entscheidenden Aussagen kritisch durchzusehen, erwarte jedoch keine Stellungnahme. Insbesondere bitte ich Sie zu prüfen, ob Sie die Entstehung und Eigenentwicklung der von mir vorgeschlagenen Zellen der Gemeinschaftsökonomie als Bundeskanzlerin tolerieren oder gar unterstützen können. In einer ersten Phase würde es vor allem darum gehen, interessierten Arbeitslosen und wirtschaftlich Gescheiterten marktwirtschaftlich nicht Verwertbares kostenlos zur eigenständigen Nutzung und Erhaltung in Gemeineigentum bzw. Gemeinbesitz zu übertragen. Dabei sollte es das entscheidende Ziel sein, in absehbarer Zeit eine weitgehende Eigenversorgung der Zellenmitglieder zu ermöglichen und eine selbst tragende Entwicklung der Zellengemeinschaften einzuleiten, aber zugleich Mittel aus dem Staatshaushalt einzusparen. Ich denke insbesondere an die Übertragung von leer stehender Wohnbausubstanz, brach liegenden landwirtschaftlichen Nutzflächen und still gelegten Kleinbetrieben in Gemeineigentum bzw. Gemeinbesitz.

 

Diesen Brief werde ich Ihnen sowohl über Ihre Dienstadresse als auch Privatadresse übersenden, weil ich mir dadurch erhoffe, dass Sie zumindest eines der Schreiben erreicht.

 

Ergebnisse aus den Berliner Thesen hatte ich in den vergangenen Monaten bereits an Gregor Gysi gesandt. Es kam zu einem nützlichen, verständnisvollen Gedankenaustausch mit Dieter Liehmann, dem persönlichen Referenten von Gysi, aber letztlich zu keinem Ergebnis. Er empfahl mir, die (inzwischen ins Internet gestellte) Ausarbeitung im Umfange von neun Seiten  

Zur notwendigen Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung

zur Veröffentlichung einzureichen.

 

Bereits am 22. August 2005 hatte ich mich mit einem 36seitigen Entwurf der Berliner Thesen an das Europabüro von Dr. sc. André Brie gewandt. Er wurde zwar mit großem Interesse aufgenommen, jedoch kam es zu keiner Vereinbarung.

 

Mir liegt es fern, mit meinen Erkenntnissen selbst als öffentliche Person wahrgenommen zu werden. Doch ich suche nach Wegen, um sie bekannt und nutzbar zu machen.

 

Wenn ich von „meinen Erkenntnissen“ spreche, bin mir jedoch darüber im Klaren, dass ich ohne äußere Unterstützung nicht zu den neuen Aussagen gekommen wäre. Seit Jahren bin ich mir einer hohen geistigen Führung bewusst, die mir all die Erkenntnisse inspiriert hat. Für Sie als Christin könnte eine solche Aussage glaubwürdig sein; Gregor Gysi gegenüber darf ich sie wohl nicht erwähnen. Ich kann allerdings an dieser Stelle auf spezifische Hinweise zur geistigen Unterstützung nicht näher eingehen. Doch sie sind real gegeben und mir seit einigen Jahren bewusst. Es wäre anmaßend von mir zu behaupten, dass ich aus eigenem kreativem Schaffen im konzeptionellen Sinne zu einer Erweiterung der Marxschen Lehre gekommen bin.

 

Es geht in diesen Jahrzehnten um außerordentlich viel, vielleicht um alles. Ich halte es deshalb für unumgänglich, alle Vorbehalte, die aus der Zeit des kalten Krieges noch existieren, fallen zu lassen, damit wir gemeinsam einen Weg zum Überleben der Menschheit finden. Ich hoffe, einen Beitrag dazu leisten zu können. Wegen der außerordentlichen Bedeutung der behandelten Problematik bitte Sie, mir wenigstens den Empfang eines der Briefe umgehend zu bestätigen. Mir ist bewusst, dass sie Zeit brauchen, die mögliche Existenz einer „neuen“ Ökonomie zu akzeptieren. Selbstverständlich würde ich für ein internes Gespräch gern zur Verfügung stehen.

 

Beigefügt übergebe ich Ihnen

-   erstens die „Erkenntnisse aus    Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“

-   zweitens den Ausdruck der Startseite meiner Homepage, die auch ein Foto von mir zeigt,

-   drittens den Ausdruck der Startseiten der ersten und der zweiten Ebene meiner Homepage, aus den Sie erkennen, zu welchen Themen bereits Internet-Veröffentlichungen unter www.bwgrundmann.de vorliegen,

-   viertens die Gliederung der Berliner Thesen.

 

Im Übrigen: Die umfangreicheren Internet-Veröffentlichungen der zweiten Ebene meiner Homepage können herunter geladen und ohne meine Einwilligung weltweit übersetzt und gedruckt werden.

 

Ich wünsche Ihnen für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit viel Kraft und Kreativität zum Wohle der Menschheit!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Werner Grundmann

 


[1] Diesen Brief hatte ich Ihnen bereits an Ihre E-Mail-Adresse internetpost@bundeskanzlerin.de am 2. Juni 2007, 22:30 Uhr, unter dem Betreff „weltweite Gemeinschaftsordnung“ übersandt. Der E-Mail war die Datei BT-Erk2007EF.doc im Umfange von sieben Seiten beigefügt. Sie betrifft die „Erkenntnisse aus    Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“ (vgl. Anlage 4 zu meinem heutigen Brief).