Erste E-Mail vom 02.06.2007, 22:30 Uhr, an internetpost@bundeskanzlerin.de ,

einschließlich angehängter Datei BT-Erk2007EF.doc               Veröffentlichung am 16.06.2007

 

 

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Von

Dipl.-Wirt.-Math. Werner Grundmann        

 

an

Bundeskanzleramt

Bundeskanzlerin

Frau Dr. Angela Merkel persönlich

Willy-Brandt-Straße 1

10557 Berlin

 

 

Schaffung einer Gemeinschaftsordnung zur Verhinderung der Klimakatastrophe

 

Sehr geehrte Frau Merkel,

                                      ich möchte Sie persönlich über wissenschaftliche Arbeitsergebnisse informieren, deren Anwendung zur Verhinderung einer Klimakatastrophe bedeutsam sein könnte. Sie liegen in Form einer wissenschaftlichen Konzeption vor und konnten im Mai 2007 über die Internet-Adresse www.bwgrundmann.de veröffentlicht werden.

 

Bei der Erarbeitung der Ergebnisse wurde von einer Erweiterung der Marxschen Lehre ausgegangen, indem die weltweit vorherrschende Gesellschaftsordnung nicht nur als Ausbeutungssystem, sondern als Bereicherungs- und Verarmungssystem im umfassenden Sinne betrachtet wird. Die tendenzielle Verarmung unserer natürlichen Lebensgrundlagen durch private und gesellschaftliche Bereicherung zu Lasten der Nachwelt ist ein grundlegender Aspekt der derzeitigen Entwicklung. Der von Lenin eingeleitete sozialistische Weg zur Lösung der sozialen Frage unter Verdrängung der ökologischen Problematik wurde einer grundsätzlichen Kritik unterzogen. Zur Erhaltung der irdischen Schöpfung wird die schrittweise Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung vorgeschlagen, was eine einheitliche Lösung der ökologischen und der sozialen Frage erfordern würde. Die neue Ordnung sollte sowohl Gemeinschaftlichkeit zwischen den Menschen, Völkern und Kulturen als auch Gemeinschaftlichkeit mit allen anderen irdischen Lebensformen einschließen.

 

Die einheitliche Lösung der ökologischen und der sozialen Frage würde ein einheitliches ökonomisches Herangehen und damit die Anwendung einer Ökonomie neuer Qualität erfordern. Ökonomie in diesem Sinne wäre als rationelle Bedürfnisbefriedigung zu verstehen. Um ihren Anforderungen bestmöglich zu entsprechen, müsste im Verlaufe von Jahrzehnten auf demokratischem Wege schrittweise weltweit Gemeineigentum und (eingeschränkter) Gemeinbesitz an Natur eingeführt werden. Unter solchen Bedingungen ist wahre Ökonomie als Gemeinschaftsökonomie aufzufassen.

 

Das Entstehen der neuen Ordnung ist innerhalb der bestehenden Ordnungen möglich. Die Anfänge der neuen Ordnung könnten durch die Schaffung von (staatlich anerkannten und geförderten) Zellen der Gemeinschaftsökonomie initiiert werden, die sich eigenständig bilden und verwalten. Im Verlaufe einer längeren Zeit würden sich die Zellen zu Organen und weiter zu eigenständigen Systemen der Gemeinschaftsökonomie vereinen und das vorherrschende marktwirtschaftliche Denken und Handeln schrittweise verdrängen. In Gegenüberstellung zur Gemeinschaftsökonomie müsste die heute vorherrschende Ökonomie nach Engels als Privatökonomie bezeichnet werden.

 

Bei der anzustrebenden Ordnung würde es sich um eine Formation neuer ökonomischer Qualität im Marxschen Sinne handeln, um eine ökonomische Gemeinschaftsformation, also  um keine Gesellschaftsformation. Ihre weltweite schrittweise Akzeptanz käme dann zustande, wenn erstens immer mehr Menschen begreifen, dass uns das Wirken der Privatökonomie tendenziell in eine Klimakatastrophe, in einen Weltbrand, führt und wenn sich zweitens das rechtzeitige fortschreitende Anwenden der „neuen“ Ökonomie als Überlebensökonomie erweist.

 

Die vorliegenden Erkenntnisse sind als Zwischenergebnisse der langjährigen Suche sowohl nach den grundlegenden Ursachen des Scheiterns des Sozialismus als auch nach einer primär ökologisch orientierten Gesellschaftsordnung aufzufassen. Erste Ergebnisse entstanden während meiner Tätigkeit im Rahmen des Wissenschaftler-Integrationsprogramms in den neunziger Jahren an der Technischen Universität Berlin. Nach meiner Berentung im Jahre 2000 setzte ich meine Arbeiten kontinuierlich fort.

 

Die neuen Erkenntnisse wurden in die

Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

aufgenommen und im Umfange von 70 Seiten erstmalig im Mai 2007 auf meiner Homepage www.bwgrundmann.de zusammen mit anderen Beiträgen veröffentlicht.

 

Die Berliner Thesen sind als wissenschaftliche Konzeption aufzufassen. Ihre generelle Beweiskraft ergibt sich aus der Begründung der einzelnen Thesen, der Abstimmung der Thesen untereinander sowie aus der weitgehenden Geschlossenheit der Betrachtungen. Die Thesen richten sind insbesondere an Wissenschaftler und Politiker.

 

Um den interessierten Lesern einen Überblick zum Gesamtergebnis und zu den Grunderkenntnissen zu vermitteln, habe ich das Wichtigste aus den Berliner Thesen in den

Erkenntnissen aus den Berliner Thesen

für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

auf sieben Seiten zusammengefasst.

 

 

Dass Sie, sehr geehrte Frau Merkel, zu den Ersten gehören, an die ich mich mit meinen Thesen wende, hat mehrere Gründe:

 

Erstens haben wir durch das Studium an der Karl-Marx-Universität Leipzig den gleichen Bildungshintergrund. Als künftiger Wirtschaftsmathematiker erhielt ich meine Ausbildung insbesondere am Mathematischen Institut und an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Meine von Marx und Engels gelernte dialektische, historische und ökonomische Denkweise werden Sie sicherlich nachvollziehen können.

 

Zweitens waren Sie mehrere Jahre als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit tätig.

 

Drittens kenne ich aus der Presse Ihre Aufgeschlossenheit für konstruktive Hinweise, die  „von unten“ kommen.

 

Viertens spreche ich Sie in Ihrer Verantwortung als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland an.

 

Ich bitte Sie, die Berliner Thesen sowie die Erkenntnisse aus den Thesen hinsichtlich der entscheidenden Aussagen kritisch durchzusehen, erwarte jedoch keine Stellungnahme. Insbesondere bitte ich Sie zu prüfen, ob Sie die Entstehung und Eigenentwicklung der von mir vorgeschlagenen Zellen der Gemeinschaftsökonomie als Bundeskanzlerin tolerieren oder gar unterstützen können. In einer ersten Phase würde es vor allem darum gehen, interessierten Arbeitslosen und wirtschaftlich Gescheiterten marktwirtschaftlich nicht Verwertbares kostenlos zur eigenständigen Nutzung und Erhaltung in Gemeineigentum bzw. Gemeinbesitz zu übertragen. Dabei sollte das entscheidende Ziel sein, in absehbarer Zeit eine weitgehende Eigenversorgung der Zellenmitglieder zu ermöglichen und eine selbst tragende Entwicklung der Zellengemeinschaften einzuleiten, aber zugleich Mittel aus dem Staatshaushalt einzusparen. Ich denke insbesondere an die Übertragung leer stehender Wohnbausubstanz, brach liegender landwirtschaftlicher Nutzflächen und still gelegter Kleinbetriebe in Gemeineigentum bzw. Gemeinbesitz.

 

Diesen Brief werde ich Ihnen sowohl über Ihre Dienstadresse als auch zur Privatadresse übersenden, weil ich mir dadurch erhoffe, dass Sie zumindest eines der Schreiben erhalten.

 

Ergebnisse aus den Berliner Thesen hatte ich in den vergangenen Monaten bereits an Gregor Gysi gesandt. Es kam zu einem nützlichen, verständnisvollen Gedankenaustausch mit Dieter Liehmann, dem persönlichen Referenten von Gysi, aber letztlich zu keinem Ergebnis. Dieter Liehmann empfahl mir, die (inzwischen ins Internet gestellte) Ausarbeitung  

Zur notwendigen Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung

zur Veröffentlichung einzureichen.

 

Bereits am 22. August 2005 hatte ich mich mit einem 36seitigen Entwurf der Berliner Thesen an das Europabüro von Dr. sc. André Brie gewandt. Der Entwurf wurde zwar mit großem Interesse aufgenommen, jedoch kam es zu keiner Vereinbarung.

 

Mir liegt es fern, mit meinen Ergebnissen selbst als öffentliche Person wahrgenommen zu werden. Doch ich suche nach Wegen, um meine Erkenntnisse bekannt und nutzbar zu machen.

 

Obgleich ich von „meinen Erkenntnissen“ spreche, bin mir jedoch darüber im Klaren, dass ich ohne äußere Unterstützung nicht zu den neuen Aussagen gekommen wäre. Seit Jahren bin ich mir geistiger Führung bewusst, wodurch mir all wichtigen Erkenntnisse inspiriert wurden. Für Sie als Christin könnte eine solche Aussage glaubwürdig sein; Gregor Gysi gegenüber darf ich sie wohl nicht erwähnen. Ich kann allerdings an dieser Stelle auf spezifische Hinweise zur geistigen Unterstützung nicht näher eingehen. Doch sie sind real gegeben und mir seit einigen Jahren zutiefst bewusst. Es wäre anmaßend von mir zu behaupten, dass ich aus eigenem kreativem Schaffen im konzeptionellen Sinne zu einer Erweiterung der Marxschen Lehre gekommen bin.

 

Es geht in diesen Jahrzehnten um außerordentlich viel, vielleicht um alles. Ich halte es deshalb für unumgänglich, alle Vorbehalte, die aus der Zeit des kalten Krieges noch existieren, fallen zu lassen, damit wir gemeinsam einen Weg zum Überleben der Menschheit finden. Ich hoffe, einen Beitrag dazu leisten zu können. Wegen der außerordentlichen Bedeutung der behandelten Problematik bitte Sie, mir wenigstens den Empfang meiner E-Mail umgehend  bestätigen zu lassen. Mir ist bewusst, dass sie Zeit brauchen, die mögliche Existenz einer „neuen“ Ökonomie zu akzeptieren. Selbstverständlich würde ich für ein internes Gespräch gern zur Verfügung stehen.

 

Beigefügt übergebe ich Ihnen die „Erkenntnisse aus  Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“.

 

Ich wünsche Ihnen für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit viel Kraft und Kreativität zum Wohle der Menschheit!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Werner Grundmann                                                  Berlin, den 2. Juni 2007, 22:29 Uhr

 

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BT-Erk2007EF.doc                                                                   Berlin, den 14.-16.05.2007

Werner Grundmann

Erkenntnisse aus

Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

- Erstfassung -

 Am 14. Mai 2007 veröffentlichte ich über meine Homepage die Erstfassung der „Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung“. Die Thesen sind als eine wissenschaftliche Konzeption zur Begründung der existenziell notwendigen Ablösung des Kapitalismus als Gesellschaftssystem und für die Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung aufzufassen. Sie richten sich in erster Linie an Wissenschaftler und Politiker.

Mit den nachfolgenden „Erkenntnissen“ möchte ich einen breiten Leserkreis erreichen und allen Menschen zumindest die Hoffnung vermitteln, dass es einen Weg aus jener Sackgasse geben könnte, in der sich heute die Menschheit infolge der Verschärfung der ökologische Krise befindet. Den Weg sehe ich im rechtzeitigen Einleiten einer Entwicklung, die es mit Hilfe von Gemeinschaftsökonomie ermöglicht, vom Gegeneinander zum Miteinander überzugehen und die vorherrschende marktwirtschaftliche Konkurrenzökonomie allmählich zu verdrängen.

Bei der Erarbeitung der Berliner Thesen bin ich von der Marxschen Erkenntnis der historischen Abfolge ökonomischer Gesellschaftsformationen ausgegangen. Die Thesen sollen hinreichend begründen, dass zur Sicherung des Überlebens der Menschheit die nachkapitalistische Ordnung eine ökonomische Formation neuer Qualität sein muss: eine weltweite Gemeinschaftsordnung. Der Nachweis wurde durch eine gegenüber dem Marxschen Vorgehen komplexeren Betrachtungsweise angestrebt. Sie besteht

-  erstens im zusätzlichen Einbeziehen des privaten und staatlichen Besitzes an Natur,

- zweitens in der erweiterten Kennzeichnung aller Ausbeutergesellschaften als Bereicherungsgesellschaften,

- drittens in der Berücksichtigung der Hinweise von Marx und Engels, dass neben der vorherrschenden gewinnorientierten Ökonomie eine andere, eine bedürfnisorientierte Ökonomie existiert und

- viertens in der Beschreibung und Nutzung dieser anderen Ökonomie zur einheitlichen Lösung der ökologischen und der sozialen Frage.

Der Vorschlag, die Entwicklung einer nachkapitalistischen Gemeinschaftsordnung einzuleiten, geht von der vermuteten Existenz eines bisher nicht erkannten dialektischen Gesetzes aus, dass ich als dialektisches Gesetz der Vereinigung oder der Divergenz bezeichne. Es lässt tendenziell nur die Wahl zu zwischen der schrittweisen Vergemeinschaftung der Menschen, Völker und Kulturen zur Sicherung des Überlebens der Menschheit oder weiterer Individualisierung, Konkurrenz, Kriege und letztlich dem Niedergang der Menschheit. Vergemeinschaftung schließt auch ein, den Missbrauch von Religionen zur Spaltung der Völker und Kulturen künftig zu verhindern. Den beiden gegensätzlichen Entwicklungswegen entsprechen zwei Ökonomien: die Gemeinschaftsökonomie und die Privatökonomie. Die Gemeinschaftsökonomie orientiert auf rationelle Bedürfnisbefriedigung, die Privatökonomie auf maximale Gewinne unter Anwendung des Wirtschaftlichkeitsprinzips. Wirtschaftlichkeit wurde von den ökonomischen Wissenschaften fälschlicherweise bisher mit Ökonomie gleichgesetzt.

Mit den Berliner Thesen versuche ich darüber hinaus zu belegen, warum der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaftsordnung in ökonomischer Konkurrenz zur kapitalistischen Gesellschaftsordnung in eine Sackgasse führen musste und warum der „wissenschaftliche Sozialismus“ durch seine einseitige Orientierung auf die Lösung der sozialen unter Verdrängung der ökologischen Frage keine objektive Existenzberechtigung hat.

Die generelle Beweiskraft der Berliner Thesen resultiert aus dem komplexen Herangehen, aus der einheitlichen ökonomischen Betrachtungsweise sowie aus dem Bemühen, die einzelnen Thesen inhaltlich zu begründen bzw. zu belegen und mit anderen Thesen abzustimmen. Insofern besteht eine eingeschränkte Berechtigung, um von neuen Erkenntnissen zu sprechen.

 

Das Gesamtergebnis der Berliner Thesen besagt, dass die nachkapitalistische Ordnung eine hierarchische Gemeinschaftsordnung neuer ökonomischer Qualität sein muss, die Gemeinschaftlichkeit zwischen den Menschen sowie der Menschen mit der Natur durch die Wiederherstellung natürlicher Lebenssysteme anstrebt. Die neue ökonomische Qualität besteht darin, dass Ökonomie nicht mehr als Privat- bzw. als Konkurrenzökonomie gewinnorientiert, sondern als Gemeinschaftsökonomie bedürfnisorientiert im Sinne der rationellen Befriedigung gemeinschaftlich anerkannter Bedürfnisse innerhalb von Lebensgemeinschaften verstanden wird. Die neue Ordnung hat zwar gegensätzlichen Charakter, richtet sich aber nicht gegen die bestehenden Ordnungen. Vielmehr soll die neue Ordnung schrittweise innerhalb der existenten Ordnungen aufgebaut werden, wobei sich fortschreitend immer mehr Menschen zu Gemeinschaften zusammenfinden, die bewusst nach den Anforderungen der Gemeinschaftsökonomie auf der Basis von Gemeineigentum und nach den Erfordernissen voller Demokratie leben, arbeiten und ihre Produkte bzw. Leistungen untereinander austauschen. Die neue Lebens- und Produktionsweise findet auf breiter Basis dann hinreichend Anerkennung und Zulauf, wenn sie sich als Überlebensökonomie erweist, als notwendig zur Sicherung des Überlebens der Menschheit. Die Gemeinschaftsökonomie wird die vorherrschenden Ökonomien verdrängen, wenn der Erkenntnisprozess der existenziellen Gefährdung der Menschheit aus dem Wirken der Konkurrenzökonomien voranschreitet.

 

Dem Gesamtergebnis der Berliner Thesen liegt eine Reihe von Grunderkenntnissen zugrunde:

Entsprechend einer ersten Grunderkenntnis aus den Berliner Thesen ist die kapitalistische Gesellschaft eine Bereicherungs-, Ausbeutungs-, Verarmungs-, Zerstörungs- und letztlich Selbstvernichtungsgesellschaft. Sie teilt die Menschheit nicht nur in Reiche und Arme; im fortwährenden Streben nach Wirtschaftswachstum verbraucht, verarmt und zerstört sie zugleich ihre eigene, unsere Lebenswelt. Entweder es gelingt, die kapitalistische Gesellschaftsordnung durch eine überlebensfähige Ordnung rechtzeitig abzulösen, oder die Menschheit geht mit ihr unter. Doch aus der Einsicht der beschriebenen Entwicklungstendenz des kapitalistischen Gesellschaftssystems und der Akzeptanz dieser Grunderkenntnis erwächst objektiv ein gemeinsames Interesse aller Menschen zur Überwindung der bestehenden Konkurrenzordnungen.

Anmerkungen:

- Ausbeutung ist die grundlegende, die ökonomische, die unmittelbar an Arbeit gebundene Form privater Bereicherung, die Karl Marx im „Kapital“ eingehend wissenschaftlich untersuchte. Im Ergebnis entdeckte er den Mehrwert, der von der Arbeitskraft geschaffen und vom Kapitalisten durch Ausbeutung zur privaten Bereicherung angeeignet wird. Doch es gibt nichtökonomische Formen der Bereicherung, die nicht oder nur bedingt an Arbeit gebunden sind, wobei der Aufwand für das Aneignen der Gebrauchswerte in keinem äquivalenten Verhältnis zum aktuellen Tauschwert steht. Und es gibt Bereicherung unabhängig von der Schaffung und Nutzung von Gebrauchswerten, etwa durch Spekulation.

- Zu den nichtökonomischen Formen der Bereicherung, deren Missbrauch in der Endphase kapitalistischer Entwicklung zunimmt, gehören der Raubbau an der Natur und die Belastungen der natürlichen Lebenswelt. Entscheidend für diese Formen der Bereicherung ist erstens, dass die der Natur entnommenen Gebrauchswerte auf dem Markt einen Tauschwert besitzen und Gewinne erzielen, ohne dass ein äquivalenter Arbeitsaufwand erforderlich war, zweitens dass die Verursacher des Raubbaus nicht für die Zerstörungen und Belastungen in der Natur aufkommen müssen. Der Aufwand für die Renaturierung wird späteren Generationen oder der Regenerierung durch die Natur selbst überlassen. 

- Um die gesamte Bereicherungsproblematik zu kennzeichnen, kann von privater, nationaler, gesellschaftlicher und persönlicher Bereicherung auf Kosten und zu Lasten der Vorwelt, Mitwelt und Nachwelt gesprochen werden. An der Bereicherung zu Lasten der Mitwelt und Nachwelt waren die sozialistischen Länder unter Vernachlässigung der ökologischen Problematik wesentlich beteiligt.

- Weil Bereicherung zu Lasten der Nachwelt in hohem Maße möglich ist, gesellschaftlich bis zum Ausschöpfen aller „Ressourcen“, etwa an Erdöl, Erdgas und Kohle, akzeptiert wird, weil das Abholzen der Wälder, weil Brandrodungen und das Waldsterben weiter vorangehen und keine hinreichenden Möglichkeiten existieren, diesen Prozess unter kapitalistischen Bedingungen zu stoppen, schreitet die ökologische Krise weltweit tendenziell und unaufhaltbar voran. Deshalb sind das Ablösen des kapitalistischen Systems und der Übergang zu einer Gemeinschaftsordnung offenbar der letzte für die Menschheit verbleibende Überlebensweg.

 

Eine zweite Grunderkenntnis aus den Berliner Thesen besagt, dass die weltweite ökologische Krise primär gesellschaftlich bedingt und ökonomisch verursacht ist. Der Schlüssel zur Überwindung der ökologischen Krise ist das Erkennen der Existenz jener wahren Ökonomie im Sinne rationeller Bedürfnisbefriedigung, die gemeinschaftlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen bestmöglich entspricht. Um eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung anstreben zu können, ist es notwendig, zwischen Privatökonomie und Gemeinschaftsökonomie zu unterschieden, das Gleichsetzen von Wirtschaftlichkeit und Ökonomie abzuweisen und die Gemeinschaftsökonomie zunehmend als entscheidendes Mittel zum Erreichen gemeinschaftlicher Zielstellungen zu entwickeln und zu nutzen. Das Gemeinschaftliche wird selbst zu einer ökonomischen Potenz!

Anmerkungen:

- Das Begreifen der kapitalistischen Gesellschaft als Bereicherungsgesellschaft in umfassendem Sinne ermöglicht es, die ökologische Krise als gesellschaftlich verursacht zu erkennen. Dies schließt nicht nur die Produktionsweise der kapitalistischen Gesellschaft ein, sondern auch ihre in den „reichen“ Ländern extrem individualistisch geprägte Lebensweise. Sie äußert sich insbesondere im Automobilismus, im Flugverkehr, im Tourismus und in der Zersiedelung der Landschaften. Auch diese unsere Natur besonders belastende Lebensweise trägt wesentlich dazu bei, den Klimawandel zu forcieren sowie immer mehr und immer größere Waldbrände und anderen Naturkatastrophen auszulösen. Die Herausbildung individualistischer Lebensweisen in den „reichen“ Ländern bedeutet, dass sich die meisten Menschen dieser Länder trotz der fortschreitenden ökologischen Krise eine Lebensweise auf Kosten ihrer Enkel und Urenkel erlauben.

- Die größte Existenzgefährdung der Menschheit erwächst aus dem weiteren Verletzen des ökologischen Gleichgewichts, d. h. durch das weitere Verringern des Anteils an pflanzlichem Leben im Vergleich zum Anteil an tierischem und menschlichem Leben. Wenn der Gesamtumfang an pflanzlichem Leben nicht mehr ausreicht, um das in der Atmosphäre angereicherte Kohlendioxyd aufzunehmen, kommt es nach kontinuierlicher Erwärmung der Erdatmosphäre irgendwann zur Klimakatastrophe. Sie könnte in einem Weltbrand enden. So wie der einzelne Mensch bei einer Körpertemperatur von 42° Celsius kollabiert, gibt es eine obere Temperaturgrenze für das irdische Lebenssystem, deren Überschreitung für uns alle tödlich wäre!

- Das Wirtschaftlichkeitsprinzip ist das wichtigste Mittel der Privatökonomie. Es entspringt den Gewinn- und Überlebensinteressen der einzelnen konkurrierenden Unternehmen. Wirtschaftlichkeit ist insbesondere an marktrelevante Gebrauchswerte, also an Waren, und an entsprechende Dienstleistungen gebunden. Die Gewinne werden vor allem auf Kosten der Lohnabhängigen und Käufer erzielt, aber auch zu Lasten der natürlichen Lebensgrundlagen. Das Ablösen des Wirtschaftlichkeitsprinzips ermöglicht den Übergang zu einer anscheinend neuen ökonomischen Denk- und Handlungsweise, zu jener Ökonomie, die auf rationelle Bedürfnisbefriedigung gerichtet ist.

- Weil in den sozialistischen Ländern auf der Basis einer gleichartigen Ökonomie vergleichbare „Umweltsünden“ begangen wurden wie in den kapitalistischen Ländern, konnten die gesellschaftlichen Ursachen der ökologischen Krise nach der Oktoberrevolution von den Theoretikern des Marxismus-Leninismus nicht erkannt werden. Hinter dem Bemühen, die soziale Frage unter sozialistischen Bedingungen lösen und den Sozialismus in den Systemauseinandersetzungen verteidigen zu wollen, vollzog sich – parallel zu den kapitalistischen Ländern – auch in den sozialistischen Ländern eine immer stärkere Belastung und Zerstörung unserer natürlichen Lebenswelt.

 

Die dritte Grunderkenntnis besagt, dass die Gemeinschaftsökonomie seit Jahrtausenden parallel und verwoben mit der Privatökonomie existiert, dass wir sie im täglichen Leben intuitiv nutzen, dass jedoch infolge der Dominanz der Privatökonomie in den vergangenen Jahrhunderten die objektive Existenz dieser wahren Ökonomie verdrängt wurde, obgleich die mittelalterlichen bürgerlichen Städte als rationelle gemeinschaftliche Lebens- und Überlebenssysteme bereits den Anforderungen dominanter Gemeinschaftsökonomie entsprachen, jedoch noch auf der Basis von Privatökonomie.

Anmerkungen:

- Während Waren lediglich ein Mittel sind, damit private Unternehmen über den Absatz möglichst große Gewinne erzielen und überleben können, ist der Gegenstand von Gemeinschaftsökonomie unbeschränkt und unmittelbar auf die Produktion bzw. Erhaltung aller gemeinschaftlich und individuell erforderlichen Gebrauchswerte und Leistungen gerichtet, einschließlich auf die Renaturierung unserer Lebenswelt. Gemeinschaftsökonomie ermöglicht ein einheitliches ökonomisches Herangehen sowohl an die Lösung der ökologischen als auch der sozialen Frage, führt zu einer rationellen gemeinschaftlichen Produktions- und Lebensweise und unterstützt das Einordnen menschlicher Gemeinschaften in natürliche Lebenssysteme.

- Diese wahre Ökonomie existiert auch unabhängig von Geld und anderen Wertformen. Sie ergibt sich aus dem naturwüchsigen Denken und Verhalten eines jeden Menschen. Weil ihr am besten innerhalb von und durch Gemeinschaften entsprochen werden kann, weil sie von vornherein von der Gesamtheit gemeinschaftlich anerkannter Bedürfnisse ausgeht, ist die Bezeichnung Gemeinschaftsökonomie zutreffend.

- Auf die Existenz von zwei in der Antike bekannten ökonomischen Wissenschaften verwies bereits Aristoteles (384-322 v. u. Z.), worauf Karl Marx im ersten Band des „Kapital“, S. 167, aufmerksam macht. Danach beschreibt Aristoteles die „Chrematistik“ als „Kunst …, Geld zu machen“ und die „Ökonomik“ als „Erwerbskunst“, die sich auf die „Verschaffung der zum Leben und für das Haus oder den Staat nützlichen Güter“ beschränke. Für die „Chrematistik“ sei „die Zirkulation die Quelle des Reichtums“. Das Geld sei „ihr Anfang und das Ende“. Für die „Chrematistik“ scheine „keine Grenze des Reichtums und des Besitzes zu existieren“. Aristoteles fügte hinzu: „Die Verwechslung beider Formen, die ineinander überspielen, veranlasst einige, die Erhaltung und Vermehrung des Geldes ins Unendliche als Endziel der Ökonomik zu betrachten.“

 

Eine vierte Grunderkenntnis erklärt die Herrschaft des kapitalistischen Gesellschaftssystems aus dem Wirken der Privatökonomie. Sie bedient sich des internationalen Währungs- und Finanzsystems, insbesondere der so genannten Leitwährungen. Die Privatökonomie herrscht auf der Basis von Privateigentum und Privatbesitz in Eigenentwicklung aus sich selbst heraus und dominiert tendenziell die Entwicklung der gesamten Menschheit. Deshalb brauchen spätkapitalistische Gesellschaften keine Diktaturen. Im Prozess der Globalisierung dehnt sie ihre Dominanz nach außen aus, im Prozess der Privatisierung nach innen.

Anmerkungen:

- Die Herrschaft der Privatökonomie kann mit eigenen Mitteln des kapitalistischen Systems, etwa durch die Politik, über das Recht oder durch bürgerliche Wahlentscheidungen, wohl beeinflusst, aber tendenziell nicht beseitigt werden. Was als „demokratisch“ erscheint, unterliegt letztlich dem Diktat der Privatökonomie. Es bewahrheitet sich, dass Geld die Welt regiert!

- Das Ausdehnen der Herrschaft der Privatökonomie nach innen und außen erfolgt durch Vernetzung, also über die Schaffung von Netzen als Mittel zur privaten Bereicherung. Das bisher höchstentwickelte Netz ist das Internet.

 

Entsprechend der fünften Grunderkenntnis können die Voraussetzungen für die weltweite Ablösung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung schrittweise durch das Verdrängen der Privatökonomie von der Gemeinschaftsökonomie geschaffen werden. Die Verdrängung sollte über die Bildung von Zellen der Gemeinschaftsökonomie in allen gesellschaftlichen Bereichen aller Völker und Kulturen eingeleitet werden. Im Verlaufe der weiteren Entwicklung schließen sich die Zellen zu Organen und die unterschiedlichen Organe zu Lebenssystemen der Gemeinschaftsökonomie zusammen. Letztlich geht es um die Schaffung einer nicht an Staaten und Landesgrenzen gebundenen Weltgemeinschaftsordnung, einer World Community Order, die von gewählten Repräsentanten geführt wird.

Anmerkungen:

- Der Prozess der Ablösung der weltweit dominierenden Gesellschaftsordnungen durch eine  hierarchisch strukturierte Gemeinschaftsordnung wird sich über Jahrzehnte erstrecken und in Stufen vollziehen. Das erste Ziel müsste es sein, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass das Streben nach Wirtschaftlichkeit die falsche Ökonomie ist. 

- Zugleich sollten allen verantwortungsbewussten Menschen Wege aufgezeigt werden, wie die Privatökonomie (und andere Konkurrenzökonomien) durch die Gemeinschaftsökonomie schrittweise abgelöst werden kann. Die ersten Zellen könnten dadurch geschaffen werden, dass den von der Marktwirtschaft Ausgegrenzten, den Arbeitslosen, den vorgeblich Überflüssigen, neue Arbeit vermittelt wird, etwa durch die sinnvolle Nutzung des „Unwirtschaftlichen“ der Wegwerfgesellschaft zur rationellen Bedürfnisbefriedigung.

- Zellen der Gemeinschaftsökonomie sollten in möglichst vielen gesellschaftlichen Bereichen und an möglichst vielen Standorten gebildet werden. Es sind Gemeinschaften, deren Mitglieder bei der Schaffung und Erhaltung nützlicher Gebrauchswerte sowie bei der Ausführung von Dienstleistungen die Gemeinschaftsökonomie bewusst anwenden, um weitgehend unabhängig von der Privatökonomie Bedürfnisse für den Eigenbedarf und den Bedarf von Mitgliedern anderer Zellen zu befriedigen. Der Austausch der nutzbaren Gebrauchswerte und der Dienstleistungen sollte möglichst unentgeltlich ausgehend vom zeitlichen Arbeitsaufwand erfolgen.

- Erste Zellen der Gemeinschaftsökonomie könnten ihre Tätigkeit insbesondere auf die (mietfreie) Nutzung „überflüssiger“ erhaltungswürdiger Bausubstanz konzentrieren, die für den Abriss vorgesehen ist, andere auf das Wiederbestellen still gelegter „unwirtschaftlicher“ Agrarflächen oder auf die Nutzbarmachung ausgesonderter technischer Geräte. Die für den Abriss von Bausubstanz und für die Stilllegung von Agrarflächen staatlich vorgesehenen Mittel könnten zumindest teilweise für die erneute Nutzbarmachung der „überflüssigen“ Bausubstanz und still gelegter Flächen eingesetzt werden. Entscheidend für die gesellschaftliche und staatliche Akzeptanz der Gemeinschaften dürfte es sein, dass sie keine zusätzlichen Mittel erfordern und Steuerausgaben für den Staat erspart werden.

- In die zweite Stufe der Schaffung von Zellen der Gemeinschaftsökonomie sollten jene Kleinbetriebe einbezogen werden, die in Konkurrenz zu den Großbetrieben vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen. Es ginge darum, deren weitere Bereitschaft zu sinnvoller Arbeit unter Anwendung der erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen sowie unter Einsatz der verfügbaren Technik zu nutzen.

- Aus den Zellen der Gemeinschaftsökonomie können durch Zusammenschluss später Organe der Gemeinschaftsökonomie gebildet werden und aus diesen über einen weiteren Zusammenschluss arbeitsteilig organisierte lokale und regionale Systeme der Gemeinschaftsökonomie, die sich weitgehend selbst versorgen.

- Über die Zellen, Organe und Systeme der Gemeinschaftsökonomie entsteht eine neue demokratische Basis, die volle Demokratie für jede Ebene ermöglicht. Sie würde längere Zeit parallel zu den Organen der bürgerlichen Demokratie existieren, könnte aber deren Entscheidungen allein schon durch die Fortschritte der Nutzung der Gemeinschaftsökonomie wesentlich beeinflussen. Von der Entwicklung des Bewusstseins zur Notwendigkeit der Durchsetzung der vollen Demokratie würde es abhängen, inwieweit die bürgerliche Demokratie an Ansehen und Existenzberechtigung verliert.

 

Eine sechste Grunderkenntnis geht von der mittels der Gemeinschaftsökonomie entstehenden Massenbasis aus, die die Voraussetzungen schafft, um die kapitalistische Ordnung weltweit nach Entscheidungen der vollen Demokratie abzulösen. Der entscheidende letzte Schritt zur Ablösung des kapitalistischen Gesellschaftssystems besteht im weltweiten Außerkraftsetzen ihrer Wertformen und der Funktionsweise der Bereicherungsnetze.

Anmerkungen:

- Der Weg „von unten“ in Form der positiven gemeinschaftlichen Nutzung des von der Marktwirtschaft erzeugten nicht Verwertbaren wird durch den Weg „von oben“ ergänzt werden. Er äußert sich vor allem im immer stärkeren Beschneiden der Verwertungsmöglichkeiten von Kapital und wird gleichfalls einen längeren Zeitraum erfordern. Es geht vor allem um das Verhindern weiterer privater Bereicherung zu Lasten der Natur, aber auch um eine extreme Reduzierung der Rüstungsausgaben, um den Stopp des Privatisierungsgeschehens sowie um die Wiederherstellung von öffentlichem Eigentum und Besitz.

- Aus der Reduzierung der Rüstungsausgaben könnte ein erheblicher Teil der Mittel zur Realisierung internationaler und weltweiter Projekte eingesetzt werden. Mit Hilfe solcher Projekte könnten viele Menschen der Dritten Welt unmittelbar gerettet werden und die Menschheit zu einer gemeinschaftlichen Denk- und Handlungsweise finden, wenn die Parlamente vieler Länder Mittel zum Erreichen derartiger gemeinsamer Ziele zur Verfügung stellen und diese im Sinne der rationellen Durchführung gemeinsamer Projekte eingesetzt werden.

- Wir haben bei Marx gelernt, dass jede Gesellschaft in der Endphase ihrer Entwicklung (auch ungewollt) die Voraussetzungen zur eigenen Überwindung schafft. Da aus existenziellen Gründen offenbar ein Zwang zur rechtzeitigen Ablösung des kapitalistischen Systems besteht, bleibt die Frage nach dem entscheidenden Schritt, der dies ermöglicht. Er besteht offenbar im Außerkraftsetzen jener weltweit genutzten elektronischen Mittel, die allgemein zur Bereicherung genutzt oder auch missbraucht werden. Über diesen Schritt wird zu gegebener Zeit im Sinne der Erhaltung der Existenz der Menschheit sicherlich auf demokratische Weise entschieden werden, falls die Einsicht der Verantwortlichen ausbleibt.

 

Hinter der dargestellten erweiterten Gesamtproblematik verbirgt sich die nachfolgende logische Erkenntnis, die dann einsichtig wird, wenn wir die kapitalistische Gesellschaft im umfassenden Sinne als Bereicherungs- und Verarmungsgesellschaft nachweisen können, wenn wir begreifen, dass Wirtschaftswachstum zu unbeschränkter privater Bereicherung und zugleich zur weltweiten Verarmung unserer Lebensgrundlagen führt. Wenn dies zutrifft, dann folgt daraus:

1. Die ökologische Krise ist gesellschaftlich bedingt.

2. Damit unterliegt unsere Zivilisation insgesamt einer Negativentwicklung!

3. Dann wäre der Versuch selbstmörderisch, unter sozialistischen Bedingungen die Leistungen der kapitalistischen Wirtschaft übertreffen zu wollen.

4. Dann liegt die grundlegende Ursache für unsere Negativentwicklung in jener Privatökonomie, die Wirtschaftlichkeit und Ökonomie gleichsetzt.

5. Dann brauchen wir eine zur Privatökonomie gegensätzliche ökologisch orientierte Ökonomie, die den Verbrauch an Natur von ihrem Grundanliegen her begrenzt und ermöglicht, die ökologische Frage in Einheit mit der sozialen Frage zu lösen.

6. Dann muss die Existenz und der Inhalt dieser wahren Ökonomie erforscht und breit propagiert werden.

7. Dann sollten alle verantwortungsbewussten Kräfte eine Entwicklung einleiten helfen, die diese wahre Ökonomie nutzt, um unsere Existenzgrundlagen zu erhalten und zugleich unsere (angepassten) Bedürfnisse auf rationelle Weise zu befriedigen sowie um den Einflussbereich der Privatökonomie schnellstmöglich zurückzudrängen.

 

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