Zehnter Brief an Gregor Gysi                                      Veröffentlichung am 10.06.2007

- E-Mail an Gregor.Gysi.MA01@bundestag.de vom 09.06.2007, 01:26 Uhr -

 

 

Von

Werner Grundmann

 

An

Büro Dr. Gregor Gysi

Persönlicher Referent

Dieter Liehmann

Platz der Republik 1

11011 Berlin

 

Berliner Thesen für eine nachkapitalistischen Gemeinschaftsordnung im Internet

 

Lieber Genosse Liehmann,

                                           nach unserem Gedankenaustausch vom 20. Februar bis 3. April 2007 bin ich weiter vorangekommen. Allerdings warte ich immer noch auf eine Antwort der Redaktion von „Utopie kreativ“ zu meiner eingereichten Veröffentlichung

„Zur notwendigen Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung“

 

Am 19. April 2007 schrieb mir J. Schütrumpf per E-Mail, dass mein „Angebot … am Dienstag der Redaktion“ vorlegt werde und er sich „dann umgehend“ meldet. Darauf warte ich bis heute. Ich fürchte, den Verantwortlichen von „Utopie kreativ“ zu utopisch oder zu weit weg von ihrer „Utopie“ zu sein. Weil sie keine Antwort auf meine Vorschläge haben, schweigen sie sich aus! Dafür habe ich zwar ein gewisses Verständnis, weil ich ihrer „Diskussion sozialistischer Alternativen“ eine Alternative zum Sozialismus gegenüberstelle. Doch da es um die breit diskutierte Problematik der Verhinderung einer Klimakatastrophe geht und weltweit kein Ausweg in Sicht zu sein scheint, schwindet meine Toleranz gegenüber den „Kreativen“ von „Utopie kreativ“.

 

Leider ist ein solch konservativer Geist weit unter den Sozialisten verbreitet, so weit, dass er neuerdings „eisern“ auf dem Bürgersteig vor dem Karl-Liebknecht-Haus zu lesen ist:

 

„Weit entfernt, eine Summe fertiger Vorschriften zu sein, die man nur anzuwenden hätte, ist die praktische Verwirklichung des Sozialismus als eines wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Systems eine Sache, die völlig im Nebel der Zukunft liegt. (Rosa Luxemburg 1918)“

 

Ich konnte nur den Kopf schütteln! Wie kann man der von mir hoch geschätzten Rosa Luxemburg dies nach 90 Jahren Erfahrungen mit dem „real existierenden Sozialismus“ noch antun? Und wie konnten Theoretiker und Politiker der Sozialisten ihre geistige Impotenz auf diese Weise öffentlich bekunden? Warten Sie auf einen Messias, der ihnen verkündet, wie sie aus ihrer geistigen Sackgasse finden? Der „Nebel der Zukunft“ ist die Klimakatastrophe! Es bleiben nur noch wenige Jahrzehnte Zeit, um das Überleben der Menschheit zu sichern! Meine Folgerung war, dass die Sozialisten inkompetent sind, das existenzielle Menschheitsproblem lösen zu helfen. Doch dies spüren auch immer mehr bisherige Wähler der Linken!

 

Es fiel mir außerordentlich schwer, mich dazu durchzuringen, dass es keinen Sinn hat, mich weiterhin mit meinen Ergebnissen an die Sozialisten zu wenden. Sie werden „ihren“ Weg „konsequent“ bis zum bitteren Ende gehen und als „Linke“ links überholt werden! Ich frage die Linken, ob es wirklich so schwierig einzusehen ist, dass der Schlüssel zum Übergang zu einer nachkapitalistischen Ordnung das Erkennen des wahren Inhalts des Begriffes Ökonomie sein dürfte?

 

Meine Einsicht zwang mich, einen anderen Weg zu beschreiten. Ein junger Mann half mir im Mai 2007, meine aktuellen Arbeitsergebnisse im Internet zu veröffentlichen. Die Homepage ist über

                                   www.bwgrundmann.de

ansprechbar. Auf ihrer zweiten Ebene können meine aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse eingesehen und herunter geladen werden. Unter ihnen befinden sich jene oben genannten Berliner Thesen.

 

 

Im Einzelnen handelt es sich um folgende wissenschaftliche Arbeitsergebnisse:

 

1. Privatökonomie oder Gemeinschaftsökonomie?

    (Offener Brief an die Kritiker und Vertreter der Marktwirtschaft) (8 Seiten)

 

Der Beitrag soll allgemeinverständlich sein und dem Leser (auch an Beispielen) zeigen, dass Wirtschaftlichkeit nicht die wahre Ökonomie sein kann.

 

2. Zur Nichtbewältigung der ökologischen Krise unter

     marktwirtschaftlichen Bedingungen (28 Seiten)

 

Der Beitrag entspricht weitgehend einem Vortrag, wie ich ihn am 27.06.1996 an der Technischen Universität Berlin hielt. Er löste – wohl weil die Beweisführung hinreichend beweiskräftig war – fast einen Schock bei den Zuhörern aus. 

 

3. Zur ökonomischen Entwicklung von Bürgerstädten (28 Seiten)

 

Der Beitrag erschien in: Mackensen, Rainer (Hrsg.): Handlung und Umwelt. Beiträge zu einer soziologischen Lokaltheorie. S. 165 -191, Verlages Leske + Budrich, Opladen 2000.

Diesen Beitrag betrachte ich als hinreichende Beweisführung der Jahrhunderte langen Existenz dominanter Gemeinschaftsökonomie in den mittelalterlichen bürgerlichen Städten.

 

4. Die Leninsche ökonomische Lehre, ihre Folgen und ihre Überwindung  (31 Seiten)

 

Es wird – insbesondere aus ökonomischer Sicht – in den Grundzügen der wissenschaftliche Nachweis versucht, dass Lenin als Theoretiker und Revolutionär maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass die Linke im 19. Jahrhundert in eine Sackgasse geführt wurde.

 

5. Zur notwendigen Schaffung einer weltweiten Gemeinschaftsordnung (11 Seiten)

 

Der zusammenfassende Beitrag entstand als Reaktion auf die Rede Gregor Gysis am 24. Januar 2007 an der Universität Marburg sowie nach einem Briefwechsel mit seinem persönlichen Referenten, Dieter Liehmann. Er empfahl mir, meine Ergebnisse als Diskussionsgrundlage zur Veröffentlichung einzureichen. 

 

6. Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung

- Erstfassung – (69 Seiten)

Die Berliner Thesen stellen eine wissenschaftliche Konzeption zur Begründung der nachkapitalistischen Gemeinschaftsordnung dar. Die Thesen werden im Allgemeinen durch Anmerkungen belegt. Eine generelle wissenschaftliche Beweisführung der Gesamtaussage ergibt sich aus dem relativ geschlossenen Gesamtzusammenhang.

 

7. Erkenntnisse aus   Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung 

    (7 Seiten)

 

Die „Erkenntnisse“ aus den Berliner Thesen richten sich an einen breiten Leserkreis. Sie enthalten in zusammengefasster Form das Gesamtergebnis der Thesen sowie sechs Grunderkenntnisse, die bei ihrer Erarbeitung gewonnen wurden.

 

 

Zurzeit bin ich dabei, einen Verleger zu finden, der die aufgeführten Beiträge in einem Sammelband veröffentlicht. Im Titel sollte der Begriff „Überlebensökonomie“ mit erscheinen.

 

Ich bitte Dich, Gregor Gysi über meine Entscheidung zu informieren. Er sollte zumindest die sieben Seiten der „Erkenntnisse“ lesen, die ich dieser E-Mail beifüge. 

 

Mit solidarischen Grüßen

 

Werner Grundmann                             Berlin, den 09.06.07, 01:26 Uhr