E-Mail vom 16.06.2007, 22:44 Uhr, an brie.europabuero@t-online.de

Veröffentlichung am 17.06.2007

 

Von Werner Grundmann

an Dr. sc. André Brie  
 


Sehr geehrter Genosse Brie,
                                          am 22. August 2005 hatte ich mich mit einer E-Mail erstmalig an Sie gewandt. Ich war von bestimmten Ihrer Aussagen aus den "Sechs Thesen zur Perspektive der Linkspartei" ausgegangen, die Sie am 9. August 2005 im Internet sowie am 20./21.August 2005 im "Neuen Deutschland" veröffentlichten. Sie sprachen von einem großen "gemeinsamen Interesse an einer "inhaltlich-strategischen und organisatorischen Rekonstruktion einer pluralen Linken" und fordern "hochkarätige eigene Angebote und eine Öffnung der Linkspartei gegenüber linken Bewegungen und Intellektuellen". Ich unterstützte diesen Gedanken, weil ich von einem Theoriedefizit der Linken ausgehe.
 
Der heutige Vereinigungsparteitag der LINKEN und Ihr Beitrag auf der Seite 21 im "Neuen Deutschland" vom 16./17.06.2007 über "Heilsame Kur in Dialektik" haben mich an mein Schreiben an Sie vom August 2005 erinnert. DIE LINKE hat im Prozess der Ausarbeitung eines Parteiprogramms heute die Chance, erste Schritte zu wagen, um sich als künftiger Interessenvertreter aller Menschen zu profilieren, wenn sie gewillt ist, sich auf einen Weg zur einheitlichen Lösung der sozialen und der ökologischen Frage zu begeben. Als einer der profilierten Theoretiker der LINKEN haben Sie die historische Chance, diesen Weg ebnen zu helfen und damit den Einfluss der neuen Partei in hohem Maße zu stärken.
 
Als ich Ihnen vor fast zwei Jahren den damaligen Stand der Ausarbeitung der "Berliner Thesen" vermittelte, brauchten Sie mehrere Monate Zeit, um sich eine Auffassung zu meinen Arbeitsergebnissen zu erarbeiten. Inwieweit Sie meine Ergebnisse heute unterstützen, vermag ich nicht einzuschätzen. Aus Erfahrung weiß ich, dass auch andere theoretisch interessierte Genossen der Linkspartei und Verleger linker Verlage sich letztlich zu keiner Veröffentlichung meiner Ergebnisse entscheiden konnten. Dafür hätte ich Verständnis, wenn es nicht letztlich um das Überleben der Menschheit ginge. Wenn sich die LINKEN ihrer Verantwortung zur Lösung des größten Menschheitsproblems weiterhin entziehen, haben sie in letzter Konsequenz keine echte Perspektive.
 
Nachdem ich bei den Sozialisten so wenig Anklang für meine Ergebnisse fand, entschloss ich mich, eine eigene Homepage einzurichten. Seit Mitte Mai 2007 können die wichtigsten meiner aktuellen Arbeiten zur einheitlichen Lösung der ökologischen und der sozialen Frage über
 
                    www.bwgrundmann.de
 
zur Kenntnis genommen, herunter geladen, übersetzt und ohne meine Einwilligung veröffentlicht werden.
 
Zu diesen Arbeiten gehören auch die
                    Berliner Thesen für eine nachkapitalistische Gemeinschaftsordnung,
die 69 Seiten umfassen.
 
In den
                    Erkenntnissen ...
aus diesen Thesen ist das wissenschaftliche Ergebnis der BT auf sieben Seiten zusammengefasst.
 
Neben abgeschlossenen wissenschaftlichen Arbeiten habe ich auch eine Reihe von Briefen über die Homepage veröffentlicht, u. a. zehn Briefe bzw. E-Mails an Gregor Gysi und an seinen persönlichen Referenten. Genossen Dieter Liehmann bin ich für seine Aufgeschlossenheit außerordentlich dankbar.
 
Mit meiner heutigen E-Mail möchte ich Sie erstens darüber in Kenntnis setzen, dass Ergebnisse meiner Forschungsarbeiten veröffentlicht vorliegen, zweitens Sie bitten, diese Ergebnisse kritisch für Ihre Arbeiten zu prüfen.
 
Mir ist bewusst, dass ich von den Sozialisten i. a. eine Ablehnung erwarten muss, wenn ich eine Alternative zum Sozialismus vorschlage. Es kann jedoch in der heutigen Zeit, da existenzielle Gefahren für die Menschheit bestehen, nicht darum gehen, mit dem Verweis auf Rosa Luxemburg "die praktische Verwirklichung" der künftigen Ordnung "völlig" dem "Nebel der Zukunft" zu überlassen - wie vor dem Karl-Liebknecht-Haus auf dem Bürgersteig zu lesen ist!
 
Mit solidarischen Grüßen
 
Werner Grundmann                                         Berlin, den 16. Juni 2007, 22:44 Uhr